Campieren und biwakieren in den Schweizer Bergen

Sep. 20, 2014 | Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Fotografie, Fotos, Klettern, on the top, Portfolio, Wandern | 6 Kommentare

Campieren und biwakieren in den Schweizer Bergen – mit Ruecksicht auf die Natur

Neuauflage 2014

Die rechtliche Situation ist verworren. Wo darf biwakiert werden, wo nicht ? Es gibt keine gesamt schweizerische Regelung. Kantone und Gemeinden erlassen diesbezüglich Verordnungen. Wenn immer möglich wähle Biwak-Orte, die abgelegen sind. Denn es gilt grundsätzlich… wo kein Kläger, da kein Richter! Wer aber darauf angewiesen ist, in einer Umgebung biwakieren zu müssen, die keine Infrastruktur aufweist (SAC-Hütte, Alpbetriebe, etc) der kann, und darf das auch tun.

Biwakieren verboten bzw. unerwünscht:

  • eidgenössische Jagdbanngebiete (Wildschutzgebiete)
  • in den meisten Naturschutzgebieten
  • Schweizerischer Nationalpark
  • in Biotopen (Flachmoor, Hochmoorbiotope von nationaler Bedeutung)

Am einfachsten ist:

  • Man fragt den Grundbesitzer, Älpler oder SAC-Hüttenwart
  • Man lässt sich nicht erwischen.

Ansonsten gilt: Einzelne Übernachtung einer kleinen Anzahl Personen im Gebirge oberhalb der Waldgrenze in der Regel unproblematisch – wenn sie rücksichtsvoll erfolgt. Zudem ist ein Notbiwak grundsätzlich erlaubt.
Zelt/Lager erst bei Einbruch der Dämmerung aufbauen, spätestens bei Anbruch der Morgendämmerung wieder abbauen und alle Spuren verschwinden lassen.
Eine wichtige Regel beim Hiken: Hinterlasse nichts ausser deinen Fussspuren und nimm nichts mit ausser deinen Eindrücken.

Links:


Für mich bedeutet biwakieren übernachten ohne eine feste Struktur. Es ist herrlich unter freiem Himmel zu übernachten. Der Sonnenuntergang und den Sternenhimmel auf dem Gipfel zu geniessen. Früher meist mit Zelt, mittlerweile nur im Schlafsack. Je nach Wetter meinen 3-Saison Schlafsack und die Luftmatte von Exped SynMat UL7 mit 3.1 Isolationswerte. Bei mir ist alles auf Ultra-Light Ausgerichtet, so natürlich auch das Material für die Übernachten. Für den Winter habe ich einen sehr warmen 4-Saison Schlafsack auch von Mammut. Als Schlafsack habe ich im Winter den Sphere und für die restlichen Tage den Synthetikschlafsack Ajungilak Kompakt 3-Season ebenfalls von Mammut. Meist dabei das Advanced Bivy von Outdoor Research. Zum Kochen der Eta Power Topf von Primus. Der Clou ist der Wärmewechsler an der Unterseite, der für einen enorm hohen Wirkungsgrad sorgt. Passen auf so gut wie alle handelsüblichen Gas- und Multikocher. Als Trink- und Essbecher der X-Cup von Sea to Summit. Unzerbrechliches, extrem leichtes Geschirr aus lebensmittelechtem Silikon. Schnittfeste Grundfläche zur Verwendung auch als Schneidebrett. Wird zum Transport Platz sparend flach gefaltet. Perfekt für Bergtouren! Für meinen Gaskocher verwende ich den Micro Regulator Stove von Soto. Der Ultraleichte, kompakter Gaskocher mit inliegenden Regulator hat eine konstante Heizleistung bis ca. -5°. Heizleistung: 3’200 W. Flammenregler mit präziser Feinjustierung. Inliegende Piezozündung. Meist dabei auch meine Nikon D800 für Timelaps auf einem Gorilla GP8 Stativ. Ich kann jedem empfehlen mal ohne Zelt draussen zu übernachten. Auch im Winter ist das kein Problem. Man sollte einfach achten das man nicht im Wind liegt, und im Winter einen Kälte Abfluss baut. Die Isolationsmatte ist eins der wichtigsten Sache wenn es Kalt wird. Die meiste Kälte kommt vom Boden. Ein warmer Schlafsack ist zwar gut, aber wenn man auf Daune oder Kunstfasern liegt werden die zusammen gepresst und die Wärmeleistung nimmt rapide ab. Somit lohnt es sich eine gute Isolationsmatte zu leisten. Auch der Biwaksack je nach Wetter sehr wichtig. Der hält die Feuchtigkeit ab und ist doch Atmungsaktiv.

Niki (der gern und oft biwakiert)

6 Kommentare

  1. Aldo Bischof

    Lieber Niki

    Bei Bergfotografie habe ich ein paar Korrekturen:
    – 2x steht Herrlich statt herrlich
    – Lindebene statt Linthebene
    – nach geregelt ev. schreibt man das zusammen
    – jedem Empfehlen würde ich klein schreiben

    Vielleicht hast du das schon gesehen. Also bis am Montag im Kurs
    Herzliche Grüsse
    Aldo

    Reply
    • niki

      Danke dir. See ya

      Reply
  2. Thomas Krebs

    Hallo und sei gegrüßt,

    ich würde gerne mal eine mehrtägige Tour durch die Schweizer Berge unternehmen und suche wenn möglich einen Loop (so um 70-100km) (vielleicht auf outdooractive) wo ich NICHT die Gefahr laufe mein Zelt in einer Schutzzone aufzustellen. Kannst du mir was empfehlen?

    Vielen Dank im voraus.

    Tommy

    Reply
  3. Sunny

    Hallo Niki

    Meine gute Freundin und ich würden gerne im Frühling 2025 Wildzelten oder Biwaken. Wir haben noch nicht wirklich Erfahrung, es wäre also unser erstes mal. Hast du Vorschläge wohin? Wir würden gerne am Tag hochwandern dann auf dem Berg übernachten und danach wieder zurück wandern.

    Liebs Grüesslii
    Sunny

    Reply
    • niki

      Salü Sunny

      Es gibt so viele schöne Plätze in der Schweiz. Je nachdem, wie weit ihr fahren möchtet. Zum Anfang besser nicht allzu weit oberhalb der Baumgrenze. Achtet auch auf Wildschutz und Mooregebiete. Gutes Wetter mit wenig Wind und wenn möglich Wasser in der Nähe.

      Reply

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