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Via Alta della Verzasca plus Version

Sep 15, 2018   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Wandern  //  Keine Kommentare

Die Via Alta della Verzasca ist eine lange aber schöne Tour.
Im September 2016 gingen wir zu zweit die Tour in 5 Tagen.
Diesmal in gut 33h mit Start von Tremorgio am 25. Juli 2018. Das ist eigentlich auch die logische Weiterführung vom Grat. Einzig wie ich vom Pizzo Campo Tencia zum Barone kommen würde, war mir nicht klar. Dank guter Planung ist aber auch diese Strecke mehr als gelungen.
Das “plus“ dieser Tour steht für die Zusatzstrecke (Tremorgio bis Barone). Aber auch die herrschenden Wetterbedingungen verdienen ein Plus! Die Tour ist natürlich auch in 5 oder mehr Tagen sehr lohnenswert, dennoch ist die gesamte Strecke an einem Stück was sehr Spezielles. Das „plus“ steht auch für die Möglichkeit die eigenen Grenzen neu zu setzen. Read more >>

ISPO 2018

Jan 31, 2018   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Klettern, Sport  //  Keine Kommentare

Alle Jahre wieder. Die Sportfachmesse ISPO in München. Die Hersteller zeigen auch dieses Jahr wieder ihre Neuigkeiten. 16 Hallen voller Produktneuheiten und rund 400 Vorträge, Events und Podiumsdiskussionen. Dennoch, wirklich bahnbrechendes habe ich auch dieses Mal nicht gefunden. Ist ja auch schwierig den Wintersport neu zu erfinden. Einzig im Stoffbereich gab es Innovationen. Der Technologien-Wettstreit der Snowboard-Hersteller ist beendet: Die Form des Boards steht wieder im Fokus – und die Lust auf Carven und Tiefschnee. Alle Jahre gibt es an der Messe Preisträger für Innovative Produkte.  Read more >>

Jahresrueckblick 2017

Dez 27, 2017   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Blog, Sport  //  Keine Kommentare

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu. Schön war es mit vielen schönen Erinnerungen. Das Bergsteigen immer noch einer meiner grössten Leidenschaften. Viele andere Sachen kamen dazu wie das eBike und Skyrunning. Schön zu sehen, wie mein Sohn Jaron die Welt entdeckt. Dina meine Freundin ist meine grosse Stütze und Liebe und natürlich ebenfalls bergbegeistert. Danke auch an Outdoor Research und Radical Sports. Read more >>

Gipfel Rueckblick 2013

Dez 3, 2013   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Fotos, Klettern, on the top, Portfolio, Sport, Wandern  //  1 Kommentar

Wie jedes Jahr zähle ich alle meine 2013 Frühlings-, Sommer- und Herbstbergtouren zusammen, ohne die Bike, Winter- und Klettertouren. Ergebnis:
Aufstieg: 32’858 hm. Abstieg: 25’517 hm. Total: 58’375 Höhenmeter. Das sind etwa 4500 Höhenmeter weniger als letztes Jahr. Aber die Alpsteintour ist auch schwer zu toppen, wenn auch in diesem Sommer zwei Monstertouren dabei waren. Mal schauen was das nächste Jahr so bringt. Die Pläne für das Jahr 2014 sehen schon mal vielversprechend aus 🙂
Alle meine Bergtouren unter: tricky.hikr.org

Die Highlight in Bilder:

 Die Highlights im Jahr 2013

hikr

Es ist eine Leidenschaft. Es ist meine Passion.

Depressionen

Okt 7, 2013   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Blog, Fotos, Portfolio, Sport  //  4 Kommentare

Jedes Jahr am 7. Oktober ist der Europäischer Tag der Depression. Die Depression ist eine psychische Störung mit Zuständen psychischer Niedergeschlagenheit als Leitsymptom. Ich selber habe diese Symptome nicht, kenne aber Leute die darunter leiden. Grundsätzlich ist jeder selber verantwortlich für sein Glück. Ich habe mein Glück in der Freiheit gefunden, das zu tun was ich gerne mag – Die Natur in den Bergen zu geniessen. Dieses „Glück“ teile ich auch gerne.

Was habt ihr vorzuweisen und was macht Ihr wenn morgen die Welt Untergeht? Auch eine Ursache für Depressionen ist Langeweile. Da eins der besten Dokumentarfilm die ich zu diesem Thema gesehen habe.
Ein sehr gutes Empfehlenswertes Buch über das Glück ist von Francois LelordHectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Motivationsbilder:

Glücksliste:

  1. Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, um sich sein Glück zu vermiesen
  2. Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner Landschaft und Berge
  3. Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt
  4. Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt
  5. Glück ist, wenn man spürt, das man den anderen nützlich ist
  6. Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge

Glücklichsein beginnt immer ein wenig über der Erde – Karl Krolow

Wünsche euch allen einen Wunderschönen Tag, so wie ihr ihn euch Wünscht!
Alles liebe und viel Glück – Niki

Packliste Sommer

Mrz 21, 2013   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Essen, Klettern, on the top, Sport, Wandern  //  1 Kommentar

Eine Packliste für den Winter habe ich ja schon mal in meinem Blog Veröffentlicht. Nun noch die Packliste für eine Sommer-Bergtour:

Die Wichtigsten Links neben der Packliste! Solltet ihr unbedingt Lesen 🙂

Packliste Winter
Bergsport
Campieren und biwakieren in den Schweizer
Risikomanagement
Risiko? Aber sicher!
Outdoor Fotokamera

Bekleidung
•    Gute Bergschuhe die schon eingelaufen wurde. Feste, grob profilierte und griffige Sohle
•    Atmungsaktie Wäsche. keine Baumwolle Kleidung!
•    Leichte Gore-Tex Jacke (Regenjacke) Winddicht oder mindestens Windabweisend
•    Lange Berghose SoftShell oder Stretch
•    SoftShell oder Fleecejacke für kalte Tage
•    Dünne Fingerhandschuhe. Eventuell warme Handschuhe je nach Temperatur
•    Mütze, Sonnenhut ev. Stirnband oder Buff
•    Funktionelle Socken (1 Ersatzpaar) Ohne Nähte

Diverses
•    Rucksack mit Hüftgurt (30-45l)
•    Sonnenbrille / Gletscherbrille Schutz gegen (UV-A, -B und -C “UV 400″) Kategorie 4
•    Sonnen- und Lippencrème
•    Taschenmesser / Leatherman
•    LED Stirnlampe mit neuer Batterie
•    Heftpflaster und Compeed
•    Halbtax, GA ID, SAC/DAV-,Rega-Ausweis, wenn vorhanden
•    Notfall Apotheke
•    25`000 Landkarte, Koordinatenmesser, GPS mit Track
•    Mobiltelefon, Strom/Akku Ersatz
•    Biwaksack mit Ev. 3-Saison Schlafsack

Technische Ausrüstung – je nach Tour
•    Gas oder Benzin Kocher mit Piezozündung und Topf mit hohem Wirkungsgrad
•    Alpin Pickel
•    Ski-, Touren- Teleskopstöcke (kleiner Teller)
•    Klettergurt mit 1 HMS Karabinern und Standschlinge
•    2x Bandschlinge 120cm (Zum Selbstsicherungen setzten)
•    60m oder 30m Halb-Sicherungsseil
•    2x Prusik (für Gletscher und zum Abseilen)
•    Ev. Fotoapparat, Feldstecher

Verpflegung
•    Tourentee in Termoskanne für kältere Tage. Trinkflasche mit viel Flüssigkeit. Kohlensäuriges Süsswasser ist nicht geeignet. Besser Isotonisch
•    Nehmt die Zwischenverpflegung für die entsprechende Anzahl Tage mit. Trage nicht zu viel und vor allem Essen mit, welches du bei Anstrengung besonders magst. Gut geeignet sind Dörrobst, Schokolade nur wenn es nicht allzu Warm ist. Käse, Vollkornbrot, Energieriegel und Traubenzucker
•    Halbpension: Bei den meisten Hütten ist Halbpension (Abendessen/Frühstück) inklusive.

Übernachtung in Hütte/n
•    Ohrenpfropfen
•    Toilettenartikel im Kleinformat, ev. Erfrischungstüchlein
•    Innenschlafsack aus Seide oder Baumwolle (aus Hygienegründen)
•    Die Hütten verfügen in der Regel über fliessend kaltes Wasser zur Körperpflege
•    Es stehen Hüttenfinken zur Verfügung
•    Geld für die Barzahlung der Übernachtung (etwa 45.- pro Nacht) SBB und Lifte

Packtipps
Light bringt weit! Dein Rucksack sollte nicht mehr als 7-9 Kg wiegen. Dies vor allem auf Touren von Hütte zu Hütte.
Nicht alles was nicht auf der Liste steht, muss auch nicht mit. Sämtliche Reservekleidung am besten wasserdicht verpacken. Und anstelle einer Regenhülle für den Rucksack leistet ein einfacher Müllsack im Rucksack gute Dienste. Abfall immer und alles wieder mitnehmen!

 Sehr wichtig:
•    Gute Kleidung mit Windstopp
•    Gute bequeme Bergschuhe
•    Genug zu Trinken
•    Mobiltelefon, GPS und/oder 25`000 Landkarte
•    Geld, Ausweis, kleine Notfall Apotheke

OR-sommer OR-winter

 

Risiko? – Aber sicher!

Jan 24, 2013   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Klettern, on the top, Snowboard  //  7 Kommentare

Schon einmal habe ich meine Meinung zum Thema Risikomanagement veröffentlicht.
Daran hat sich nicht viel verändert. Da der Bergsportler sich bewusst in zivilisatorisch schlecht erschlossene Gebiete mit erhöhtem Risiko – Gefahren durch zum Beispiel Lawinen, Wetter, Muren, Felssturz, Eissturz – begibt, ist ein spezieller Umgang mit diesen Risiken notwendig. Hierbei spricht man auch von Risikomanagement.

Ja, ich gehe gerne Risiko ein. Risiko, was ich aber aus meiner Sicht vertreten kann.
Was aber ist ein hohes Risiko?
Klar ist das Erfahrungen und Wissen helfen Risiken besser abzuschätzen.
Wie stabil ist die Seraczone wirklich und – kommt die Kaltfront vielleicht früher als im Wetterbericht angekündigt? Manches Mal ist dann Rückzug in die Hütte angesagt – diskutieren – analysieren – warten, vielleicht geht es morgen – oder der Traum einer Ersteigung des Wunschberges bleibt für dieses Mal ein Traum und muss der harten Realität weichen.

Doch der Umgang mit diesem Thema ist äusserst unterschiedlich und unterliegt auch einem gewissen zeitlichen Wandel. War früher das Eingehen eines Risikos noch etwas „heroisches“, so werden heute nicht nur risikofreudige Bergsportler sehr schnell als „verantwortungslos“ bis „lebensmüde“ abgestempelt. Sobald ein Unglück geschieht, wird der gesamte Bergsport zum „Risikosport“ erklärt.

Dazu trägt sicher auch die Mediale Verbreitung risikofreudige Berggänger bei. Die meisten Freerider sind mit LVS, Helmkamera und Airbag ausgerüstet. Und wagen sich so in Gelände die selbst der Lawinenguru Munter nur von fernem betrachten würde. Heutzutage werden alpine Gefahrenräume entschärft, ohne das die Actionsüchtige in den Bergen aufgewachsen sind, oder die alpine Gefahr Schritt für Schritt verinnerlicht zu haben. Sicherer wird das ganze aber nicht.
Eigenverantwortung heisst das Zauberwort. Die Problematik und das tritt ganz bestimmt auch auf mich zu, Ist die Präsentation und die Suche der Bestätigung im Internet. Das Narzisstische Verhalten muss berücksichtigt und Analysiert werden. Wie viel Risiko geht man ein, Aufgrund um im Netz die Öffentlichkeit zu Schockieren und die Bestätigung zu bekommen das man ein „Krasser Siech“ ist? Eine Entwicklung die besonders zu berücksichtigen gilt in der Zeit von Extremen Bildern / Filme im Netz. Alles wird schneller, Extremer und gefährlicher, aber auch Sicherer? Jedenfalls wird das in der Werbung so vermittelt, das mit dem richtigen Material jeder solche extremen Sachen machen kann.

aufstiegPiz Porchabelladeep freeridingSnowboardturn im Hoch-YbrigDrausen Zuhause

Beispiele Medialer Selbstüberschätzung:
Linda Fäh besteigt das Matterhorn
Everest-Oma
Geteert und gefedert
Bis an die Grenzen des Körpers: Extrem-Berglauf auf die Zugspitze

Ich plädiere für:

  • Freier Zugang zu den Bergen. Der alpine Raum muss allen Menschen frei zugänglich sein und bleiben. Verantwortungsvoller Bergsport bereichert die Bergwelt.
  • Präzision statt Regelungswut. Es gibt genügend Gesetze, um den Bergsport zu regeln. Diese sollten mit Augenmass und Sachverstand angewandt werden.
  • Die Eigenverantwortung stärken. Der Bergsport ist umso sicherer, je kompetenter die Bergsportler sind.
  • Den Wert von Risikobewusstsein anerkennen. Eine Gesellschaft gewinnt, wenn ihre Mitglieder den bewussten Umgang mit Risiken erlernen und beherrschen.
  • Einen angemessenen Risiko-Diskurs führen. Insbesondere die Medienschaffenden und die Touristiker sollten Risiken nicht überbewerten und/oder als Verkaufsargument in den Vordergrund stellen.

Was ich aber nicht machen werde, ist ein Disclaimer für meine Publizierten Bergtouren schreiben. Jeder sollte selber entscheiden mach er machen kann/will. Eigenverantwortung, Sondierung und Beurteilung der aktuellen Verhältnisse gehören bei jeder Tour dazu.

Gipfel Rueckblick

Habe wiedermal alle meine 2012 Frühlings-, Sommer- und Herbstbergtouren 2012 zusammen gezählt, ohne die Winter- und Klettertouren. Ergebnis:
344.8 Kilometer. Aufstieg: 37’629 hm. Abstieg: 29’424 hm. Total: 67’052 Höhenmeter.
Letzten Sommer waren es 301.7 Kilometer und 59`844 Höhenmeter. Gerade die zwei Monstertouren machten es aus, dass ich dieses Jahr länger, höher und weiter unterwegs war. Es ist nicht die Jagd nach Höhenmetern, wie es vielleicht den Anschein hat, sondern das Erlebnis, das mich treibt!

Die Highlight in Bilder:

Lieblings Touren im Jahr 2012:

Meine Touren berichte unter Hikr
hikr

Es ist eine Leidenschaft. Es ist meine Passion.

Du sollst nicht…

Sep 25, 2012   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Sport  //  1 Kommentar

Die 10 Bergsteigergebote Luis Trenkers aus dem Jahr 1931 klingen zwar auf den ersten Blick altertümlich und kurios, haben aber heute noch immer eine gewisse Gültigkeit. Luis Trenkers Filme, Bücher und nicht zuletzt diese „Gebote“ waren eine der Grundlagen für das, was wir heute „Bergsteiger-Ethik“ nennen.
Entdeckt und bearbeitet von Johnny Bernreiter

1. Du sollst keine Bergfahrt unternehmen, der du nicht gewachsen bist; du musst dem Berg überlegen sein und nicht der Berg dir! Du sollst dir ein Ziel stecken, das deinem Können angepasst ist, du sollst aber auch, wenn es sein muss, auf das Ziel verzichten und zur rechten Zeit umkehren können. Du sollst dir Zeit lassen und nicht mit dem Minutenzeiger um die Wette laufen und Höchstleistungen aufstellen wollen. Du sollst nicht Gipfel fressen, sollst aber auch nicht der bergsteigerischen Tat in ihrer vielfältigen Form aus dem Wege gehen!

2. Du sollst jede Bergfahrt mit Kopf und Hand sorgfältig vorbereiten, einerlei, ob du allein, mit Freunden oder mit Führern gehst. Ein Unwissender oder Hilfloser am Gängelband einer alpinen Kindsmagd ist in den Bergen eine jämmerliche Gestalt. Dein geistiges Rüstzeug sei ebenso vollkommen wie deine alpine Ausrüstung. Mit der Umwelt, in der du dich bewegst, sollst du vertraut sein und sollst ihre Erscheinungen kennen und verstehen. Du sollst dir deinen alpinen Magen nicht überladen und nicht nur von Kaviar und Austern leben wollen. Dein bergsteigerisches Ideal soll es sein, auf einem Vorbergsmugel mit der gleichen Freude Bergsonntag feiern zu können, mit der du das nächste Mal die schwerste Felswand angehst. Du sollst mit gleich sicherem und vollendetem Können dort wandern und hier klettern. Du sollst nicht einer von denen werden, die vor lauter Felswänden den Berg nicht mehr sehen. Du sollst dem ehrlichen Fels kein unehrliches Eisen ohne Not in den Leib schlagen, nicht als Kletterer und nicht als Wegebauer. Du sollst endlich nicht vergessen, dass die Berge voll Gefahren sind, aber du sollst auch wissen, dass du mit Vorsicht, Umsicht und erfahrener Klugheit ihnen gewachsen sein kannst.

3. Du sollst in den Bergen deine Erziehung und Bildung nicht vergessen. Unart, Rauheit und Rohheit sind nicht dasselbe wie Freude und Kraft. Du sollst nicht vergessen, dass schon am Bahnhof und im Zuge berechtigte Ansprüche an bergsteigerische und sonstige Erziehung gestellt werden. Du kannst Gipfel stürmen, aber nicht Eisenbahnwagen; du sollst an Trittbrettern des fahrenden Zuges nicht beweisen wollen, dass du ein Teufelskerl bist, der gewohnt ist, auf handbreiten Felsleisten zu wandeln. Du sollst dein Seil und die Steigeisen nicht als Aushängeschild deiner Zunft betrachten. Du sollst mit deinem Gerät, Ski, Pickel, Eisen nicht deines nächsten Augen und Kleider bedrohen und auch nicht mit überlautem Geschwätz und Gelächter seine Ohren vergewaltigen. Den dir einsam Begegnenden grüsse oder danke ihm für seinen Gruss und mache abfällige Bemerkungen wenigstens erst dann, wenn er ausser Hörweite ist. Du musst nicht glauben, dass es zum guten Bergsteigerton gehört, eine Zunftsprache zu sprechen, die ihre gemischten Redensarten aus der Vorstadt und den Holzknechtshütten bezieht. Du brauchst dich auch nicht mit den Fingern zu schnäuzen und was dergleichen Wildwestgewohnheiten sind. Der Dichter hat es anders gemeint, wenn er singt: Auf den Bergen ist die Freiheit!

4. Du sollst die Gegend, die du durchwanderst, nicht verunehren, und sollst Gottes grosse Natur nicht mit Flaschenscherben, Eierschalen, Obstabfällen, Papierfetzen, Sardinenbüchsen und Unrat verschönern. Du sollst nicht vergessen, dass auch der nach dir Kommende aus der labenden Quelle trinken will, die du sorglos zu verunreinigen eben im Begriffe stehst. Du sollst die Wegweiser nicht als Wurfziele missbrauchen und sollst umgefallene Wegzeichen nicht „zum Spass“ in die falsche Richtung stellen. Du sollst kein „Gatter“ offen stehen lassen, denn du kannst damit fremdes Eigentum schwer schädigen und bringst das Bergsteigertum bei der Landbevölkerung in Missachtung. Daher sollst du auch über keine Einfriedung steigen, innerhalb der weder du noch dein Fusstritt erwünscht ist und sollst dich auch nicht in fremden Heustadeln und verschlossenen Almen ungebeten zu Gaste laden. Du sollst singen, wenn du es kannst und es mit Mass und zur rechten Zeit tun. Das Jodeln aber passt in den seltensten Fällen zu deiner Kehle und noch seltener zu den Hörorganen deiner Mitmenschen. Du sollst in den Bergen überhaupt nicht schreien und lärmen, denn Mensch und Tier leiden darunter. Du sollst leichtsinnig kein Feuer machen und das Kochfeuer im Freien und unter Dach sorgsam hüten und gut löschen. Du sollst keine Steine ablassen, weder absichtlich noch bei leichtfertigem Klettern, auch nicht nach vermeintlich unbetretenen Bergseiten, denn du kannst schweres Unheil anrichten. Du sollst endlich an begangenen Wegen und auf viel besuchten Gipfeln nicht Nackt- und Halbnacktkultur treiben, sollst aber Luft und Sonne geniessen, wo es nur immer geht. In der Nähe bewohnter Stätten aber befolge das, was unserer Kulturgewohnheit entspricht.

5. Du sollst die Bergkameradschaft in hohen Ehren halten! Bist du Führender, so sei nicht herrisch und eigensinnig, nicht überlegen triumphierend und nicht gnädig herablassend, sei rücksichtsvoll und geduldig und gib anderen von deinem geistigen und leiblichen Besitz gerne ab; das Können des Schwächsten sei der Massstab für deine Entschlüsse. Das Instichlassen eines Menschen in den Bergen kann Mord werden. Bist du der Geführte, so füge dich besserem Wissen und Können, gib selbst dein Bestes und versuche zu lernen, wo es nur immer geht. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber schon mancher vom Berg. Du kannst aber auch als der Schwächste der Partie deinen Mann stellen. Und darfst es ruhig wissen: Gute „Zweite“ sind ebenso selten wie gute „Erste“. Jeder Fremde, der sich mit dir in die Liebe zu deinen Bergen teilt, sei der Kamerad, doppelt nahe, wenn er in Not gerät oder irgendwelche Hilfe braucht und sei es auch nur ein Schluck aus deiner Feldflasche oder ein Blick in deine Karte. Auch in dem bezahlten Führer sollst du den Bergkameraden, den erfahrenen Freund sehen. Tritt ihm und seinesgleichen nicht herrisch und besserwissend gegenüber, tu‘ aber auch nicht so, als hättet ihr beide zeitlebens aus einem Napf gegessen.

6. Du sollst die Schutzhütte würdigen, als wäre es dein Haus und Heim. Du sollst dich bescheiden und keine Ansprüche stellen, die nur ein Hotel befriedigen kann. Du sollst nicht vergessen, dass dein Geldbeutel hier oben nichts zu sagen hat und dass wir vor den Bergen alle gleich sein sollen. Du sollst Eispickel, Ski, Regen, Nässe, Kälte, Eis, Schnee, Schmutz und wenn es geht, auch nicht den Schweiss in die Stuben tragen. Du sollst die Hütte nicht zur Kneipe herabwürdigen, denn sie ist Erholungs-, Rast- und Ruheort für alle Bergfahrer. Du sollst nicht sämtliche Bänke und Tische mit deinem Rucksack, Pickel, Proviant, Landkarten und Beinen belegen. Wenn du auch noch so jung bist, denke daran, dass auch in der grössten Hütte kein Platz ist für – ein „glücklich liebend Paar“. Du sollst Grammophone und Kellnerinnen in Ruhe lassen und auch die Gitarre nur dann berühren, wenn du etwas davon verstehst. Du sollst Hütten- und Tourenbuch nicht mit Prahlsprüchen, Randglossen und schlechten Gedichten verschmieren, sollst aber deinen Namen und das Woher und Wohin zuverlässig eintragen und sollst vor schweren Bergfahrten Nachricht hinterlassen, damit man dir im Falle der Not Hilfe bringen kann oder sich im anderen Fall nicht unnötig sorgt. Fels- und Hauswände sind keine Schreibgelegenheiten.

Du darfst deinen Schlafplatz ordnungsgemäss beanspruchen und kannst dir auch den besten aussuchen, wenn du eine Bergfahrt vor oder hinter dir hast, sollst dein Lager aber, wenn es sein muss, an Bedürftige (Erschöpfte, Kranke, Ältere) freudig abtreten. In Stiefeln sollst du nicht auf die Lagerstätten steigen und sollst nicht wie die wilde Jagd in Genagelten über die Stiegen fegen, namentlich nicht bei Nacht und Morgengrauen. Du sollst, wenn du ein elender Schnarcher bist, nicht den allgemeinen Schlafraum zu deiner Schlaf- und Schnarchstätte wählen. Mit Licht und Feuer geh‘ vorsichtig um in der Hütte! Du sollst nicht vergessen, dass du nicht der Herr und Besitzer der Hütte bist, sondern dass der Hüttenwirt der verantwortliche Verwalter einer der Allgemeinheit dienenden Einrichtung ist und dass du dich deinen Anordnungen fügen musst.
Du sollst jeden Ort und jedes Ding, die du benützt, in solchen Zustand hinterlassen, wie du selbst wünschest, sie anzutreffen. Namentlich in unbewirtschafteten Hütten sollst du noch mehr als sonst auf deine Mitmenschen, Hüttengenossen und Nachfolger Rücksicht nehmen und nicht vergessen, dass die Hütte und ihr Zubehör ein dir in gutem Glauben anvertrautes Gut ist. Du sollst mit dem oft mühsam herbeigeschleppten Holz sparsam umgehen und an die Nachfolgenden denken, sollst sauber und aufgeräumt die Hütte verlassen, sie sorgsam verschliessen und sollst auch nicht vergessen, ehrlich die Hütten- und Holzgebühren zu bezahlen.

7. Du sollst nicht stehlen! Sollst anderen nicht die Ruhe und den Bergfrieden stehlen und nicht die Einsamkeit und die Gipfelaussicht. Aber auch nicht Skistöcke, Skiriemen, Abseilschlinge, Mauerhaken, Markierungszeichen; auch nicht mühsam geerntetes Bergheu oder sorgsam bereitetes Holz; und auch nicht Blumen, die der liebe Gott für alle hat wachsen lassen, die aber trotzdem, wie Edelweiss und Alpenrose, Enzian und Kohlröserl, Türkenbund und Zirben usf., die Behörde durch Gesetze vor dem Raub durch deinesgleichen schützen muss. Du sollst überhaupt die Blumen und die Felder und die Bäume und das Gras schonen und auch das Vieh und das Wild nicht beunruhigen. Du sollst nicht Latschen und Bäume umhauen, weil du Holz brauchst oder mit dem Überschuss deiner Kraft nichts Besseres anzufangen weisst. Du sollst den Ameisenhaufen nicht zerstören, auch nicht aus „Wissensdrang“, und sollst in Schnecken, Blindschleichen und Fröschen nicht wilde Tiere sehen, die ausgerottet werden müssen. Du sollst die Berge als das Paradies betrachten, in das Gott dich Adam-Mensch gesetzt hat und sollst helfen, seine Ursprünglichkeit und Heiligkeit zu erhalten.

8. Du sollst nicht lügen, prahlen, aufschneiden! Auch die schwerste Bergfahrt ist ein Geringes, wenn du sie an anderen menschlichen Leistungen misst. Du sollst nicht anmassend sein und auch andere auf ihre Weise selig werden lassen, wenn es auch nur Jochbummler, Greise, alte Tanten, Anfänger oder Leute vom anderen Verein sind. Du sollst nicht fluchen und schimpfen, nicht aufs Wetter, Unterkunft, Mitmenschen oder Skibindung. Du sollst Politik und Polemik nicht in die Berge tragen. Du sollst Glaube, Sitte und Brauch des Bergvolkes nicht bewitzeln und bekritteln. Du sollst nicht vergessen, dass du nur Gast bist an des Bergvolks Stätten, in den Bergen – und auf dieser Welt.

9. Du sollst die Ehre deines Vereins wahren, nicht nur die des Vereins, dessen Zeichen du trägst, sondern auch die Ehre der grossen Gemeinschaft, die dir die Berge erschloss, die einer grossen Idee und nicht nur deiner Bequemlichkeit dient, die für die Allgemeinheit schafft und der anzugehören, an sich eine Ehre sein soll. Sei stolz, Teil dieses Ganzen zu sein und dieses Gut mit pflegen und verwalten zu dürfen. Und auch die darfst du ruhig ehren und kannst vor ihnen den Hut nehmen, die das geschaffen, dir das geschaffen haben, die Meister, die einst den ersten Weg zum Gipfel erkämpften und die Männer, die den letzten Stein in das Gebäude der Bergerschliessung einsetzten.

10. Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, du sollst ihre Seele suchen!

 

Da kann ich voll dahinter stehen. Gerade das verunreinigen der Bergwelt sehe ich mit Besorgnis.
Wünsche alles viel Spass in den Bergen. Niki Huwyler

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