Monstertour – Leistchamm – Gonzen

Jul 25, 2017   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Blog  //  Keine Kommentare
Genauer gesagt von Amden über die neuen Churfirsten (Leistchamm, Nägeliberg, Schären, Wart) und die alten Churfirsten (Selun, Frümsel, Brisi, Zuestoll, Schibenstoll, Chäserrugg) weiter über den Höchst, Sichelchamm. Nach dem Sichli-Sattel weiter dem Wanderweg via Isisitzgrat und Glanna zum Alvier und Gonzen.
71km, 6800hm. Im bereinigten Track, also das eliminieren von den GPS Fehlern, sind es dann 57km mit 7159hm Aufstieg in 29h.
 

 


 
Amden, Arvenbüel – Schären
Bei angenehmer Temperaturen los, nach der Busfahrt, zum Leistchamm. Drei weitere Bergsteiger kamen mir entgegen, ansonsten sah ich keine weiteren Berggänger mehr. Auf dem Gipfel etwas Nebel der sich den ganzen Abend hielt. Weiter über Hinter Leistchamm, Glattchamm, Nägeler zum Schären.
 
Schären Ost – Selun
Schären Ost-Abstieg gar nicht mal so ohne. Ohne gute Planung und GPS wäre es ein mühsames Suchen geworden. Grosse Gruppe von Gämsen getroffen. Mit Stirnlampe weiter zum Selun Westaufstieg via Wart.
 
Selun – Chäserrugg
In der Dunkelheit über die Churfirstenkette auf dem Wanderweg. Wo immer möglich deponierte ich den Rucksack an der Kreuzung. Je höher zum Gipfel, desto feuchter und kühler wurde es. Die Pausen auf ein Minimum gehalten wegen der Kälte. Drei Aggressive Dachse schnellten kurz meinen Puls hoch.
Leider entschied ich mich beim Selun nicht den steilen Ost-Abstieg zu nehmen. So verlor ich gut 2h für die Umgehung via Strichboden. Im Moment der Entscheidung war es jedoch richtig. Der Boden war sehr feucht und rutschig. Ich hatte nur meine Trailschuhe dabei. Empfand es als sicherer die Umgehung zu machen, als im feuchten Gras „schon wieder“ herumzurutschen.
 
Chäserrugg – Sichelchamm
Mit 2h Verspätung kam ich im neuen Bergrestaurant an, das mittlerweile geöffnet hatte. Das feine Morgenbuffet konnte ich nicht auslassen und so genoss ich die 1h Pause beim Brunchen, das dort jeden Sonntag morgen stattfindet. Gestärkt mental und körperlich machte ich mich auf den schönen Wanderweg zum Höchst via Nideripass. Nach dem Höchst kam ich bei meinem Depot vorbei. Wasser habe ich mittlerweile genug mit 4l. Nun hiess es die Bergschuhe anziehen und den alten Alpinen Schlemmgang via Gulms auch Ochsenboden genannt zu nehmen (T5). Den Weg kenne ich bereits. Entlang der Südwand an den kaum mehr erkennbaren blauen Strichen entlang. Der Aufstieg zum Sichelchamm diesmal ohne Angst. Ich überkletterte sogar den Block vor dem Sichelchamm (4a) und überging so die steile Rinne die man zur Umgehung nehmen muss. Vor mir waren zwei andere auf diesem Weg. Die Trittspuren waren deutlich zu sehen.
 
Sichelchamm – Alvier
Der Westgrat vom Sichelchamm mit Abstieg und Aufstieg zum Schiffberg war die Schlüsselstelle der Tour. Ich benötigte sehr lange, da ich mir die Zeit in diesem steilen Gelände auch nahm. Bei der Überqueren der Schiffberge standen mir eine Gruppe Steinböcke im Weg. Denen gefiel das gar nicht, dass ein Tourist sie störte. Die drei älteren Tiere machten kaum einen Wank. So gut es ging überkletterte ich alle Türme. Beim zweiten ist der Abstieg in die Scharte so was von Brüchig. Ich löste mehrere, auch grosse Steile aus.
Der Gamsberg hoch über die Normalroute und wieder runter. Für die T6 stelle zum Sichli fühle ich mich nicht so wohl. Ich entschied mich etwas weiter links die von unten etwas flächere Flanke zu nehmen. Das war ein Fehler. Ebenfalls T6 dazu ohne Trittspuren. Ein Zeichen nicht mehr weiter über die Gipfel zu ziehen. Somit den langen aber einfachen Weg zum Alvier via Isisitzgrat-Obersäss. Den einfachen Wanderweg konnte ich zügig laufen da niergens schwierig. Dennoch zog sich der Weg endlos hin zum Alvier.
 
Alvier – Gonzen
Nun das letzte Stück der Tour. Langer Abstieg wieder in der Dunkelheit nach Palfris. Mit schnellen Schritten ging es gut voran. Akku bei meinem iPod auch wieder genug vorhanden. Unter schönem klarem Sternenhimmel. Den neu gemachten Wanderweg zur Rieterhütte. Danach wieder hoch, zuerst der Strasse entlang und weiter via Wanderweg zum Gonzen.
Abstieg via Lawinenverbauung. Der Weg bei Wang zum Leiterliweg hätte ich ohne GPS kaum gefunden. Das Licht meiner Stirnlampe wurde immer schwächer. Genügte aber um bis zum Cholplatz zu kommen wo mein Bike stand das meine Freundin Dina netterweise deponier hat.
 
Physisch und Psychisch:
Monstertouren ist eine Kopfsache. Körperlich Müde wurde ich erst nach etwa 12h. Aber nicht sonderlich Stark. Die Beine fühlten sich etwas schwerer an als sonst. Die Kompressions-Socken gaben mir guten Halt. Bei den Wanderpassagen hatte ich meine Hiker Musik dabei, das war ein positiver-mentaler Pluspunkt. Das mental Anstrengendste war der Abstieg vom Sichelchamm und die Überquerung der brüchigen Schiffberge (T6+). Volle Konzentration wurde da gefragt. Beim Aufstieg zum Sichli entschied ich mich für die vermeidlichere flachere Variante. Das war ein Fehler. Ebenfalls gut 60° Steil und leider kaum Trittspuren. Ich kenne diesen Effekt das ich von meinem Plan abweiche, weil ich doch noch den Gipfel erreichen möchte. Das ist aber meist der falsche Weg. Entweder am Plan festhalten, oder Abbruch.
 
Ein weiterer Effekt kam beim Aufstieg zum Gonzen hervor. Träume im Wachzustand. Das kennt jeder mal wenn man Müde ist, soweit kein Problem, aber nach so einer langer Tour mit so vielen Stellen wo man sich Konzentrieren muss, ist der Effekt ganz anders. Solche Träume habe ich erst das zweite mal erlebt. Es ist wie ein Zeichentrickfilm der von den Augen abläuft. Schnelle (kleine) Bilder die zusammenhaltlos für den Verstand auftauchen, wandeln und sich verformen. Klarer Fall von Halluzination.
 
Material:
Für die Churfirsten bis zum Höchst lief ich mit meinen Laufschuhen. Die Tour habe ich geplant mit Hilfe von hikr.org, Gipfelbuch  und meine schon gemachten Touren. Aufgezeichnet mit meinem Garmin GPS und LiveTrack. Als Essen fast Riegel und Gel dabei. Einen Apfel und ein Brötchen für den Beginn. Zu Trinken 3l für die Nacht. 4l am Tage dabei. Trailstöcke und für den zweiten Teil meinen Pickel.
 
Zeiten:
Eigentlich wollte ich etwas schneller unterwegs sein. Gerade der zusätzliche Abstieg vom Selun kostete mich 2h. Auch die 1h Pause im Chäserrugg habe ich nicht eingeplant. Start war Amden Arvenbüel, Arven am 18:10 Uhr. Das ergibt:
Leistchamm 19:30, Nägeliberg 21:15, Wart 22:15, Selun 23:00, Frümsel 01:00, Brisi 02:50, Zuestoll 04:40, Schibenstoll 06:20, Hinterrugg 08:20, Höchst 11:00, Sichelchamm 13:30, Schiffberg 15:30, Sisitzgrat 19:30, Alvier 22:00, Gonzen 00:10
 
Fazit:
Ja, die Tour hat sich gelohnt. Wenn auch gemäss Plan ich nicht die gesamte Alvierkette machen konnte, eine tolle Tour. Viele schöne Erinnerungen werde mir bleiben. Danke an Outdoor Research für die Unterstützung, ihr seit die besten.
 
 

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