Monstertour – Vom Ybrig nach Pizol

Aug 9, 2015   //   by niki   //   Allgemein, Bergsport, Bergsteigen, Blog, Sport, Wandern  //  1 Kommentar

Mehr als 8000hm rauf und runter vom Ybrig nach Pizol in 48h non stop

Beeindruckende Zahlen von keinem praktischen Sinn. Mir wurde gesagt, dass dieses Vorhaben verrückt sei. Zugegeben ja, ist es ja auch, ich nahm es trotzdem in Angriff und ja, es hat geklappt. Wie Ueli Steck mal sehr schön gesagt hat: Ich bin mir der objektiven Belanglosigkeit meines subjektiven Erlebnis durchaus bewusst. Aber sich mit einem Ziel auseinanderzusetzen und das auch zu erreichen ist eine sehr grosse Befriedigung. Bevor ich nun ins Philosophische abschweife… Es war hart, aber ungemein aufregend, mit sehr vielen Höhen und Tiefen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Vorbereitung:
Der Hoch-Ybrig war lange mein Hausberg als Schneesportlehrer und SSBS Experte. Beim Pizol haben meine Eltern eine Ferienwohnung. Deswegen auch die Idee dazu das ganze zu verbinden. Für diese Monstertouren bin ich mich mental schon länger am Vorbereiten mit Freesolo Klettern, Klassische Bergtouren und Besichtigung von den Schlüsselstellen. Ähnliche schon von mir unternommenen Touren:  Wägital+Brienzergrat+Hängeten und natürlich die Alpstein+ Monstertour.
Meine Projektliste zu finden auf meiner Webseite. Das Material habe ich in den Jahren nun schon sehr Optimiert. Meine Trailrunning Schuhe waren auch dabei für die langen Wander Passagen. Meine ultraleichten Karbonstöcke waren ebenfalls eine sehr gute Hilfe. Pickel hatte ich wie immer dabei, aber nicht gebraucht. Habe bei Abstiege von mehr als 2500hm immer wieder Knie Schmerzen. Martin der Physiotherapeut, Ernährungsberater und Bergbuddy zeigte mir den Einsatz mit dem Therapeutic Tape. Hat super gewirkt. Keinerlei Schmerzen in meinem Knie. Danke Martin für deine Hilfe.
Das Durchhalten einer Monstertour ist ansonsten Kopfsache. Das Problem ist meist nicht die Kondition, denn dafür bin ich viel am trainiert mit Joggen und Bergläufe, sondern die stetige Konzentration bei den vielen Schlüsselstellen und das Laufen in der Nacht. Ein klares Ziel vor sich zu haben und daran zu glauben, dass man es erreichen will und kann, ist das Wichtigste. Eine gute Vorbereitung natürlich vorausgesetzt. Mein bewährter Hiker Sound half mir die Tour mental durchzustehen. Sowie viele Energie Riegel und Gels für den Energiebedarf.

Es gibt keine intensiveren Eindrücke als diejenigen die wir an der Grenze unserer Möglichkeiten gewinnen.

Pausen:
Ziel war die Tour ohne Unterbruch durchzuführen. Also nix mit Schlafen oder trödeln. Eingeplant waren 2x 25min Powernap. Aber beim ersten Versuch vor dem Bärentritt war ich noch zu aufgeregt. Und nach genau 24h in Ober Bützi waren es die Fliegen und Insekten die mich wach hielten. Bei Foo auf 1875m war es mir zu kalt. Somit habe ich die Tour ohne Schlaf zu finden gemacht. Im Linthal kam ich am 6:00 Uhr an und machte mich auf die Suche nach einem Kiosk um Batterien zum kaufen. Dazu lief ich fast durch das ganze Dorf (siehe GPS Track) So hatte ich auch Zeit zu Frühstücken im Restaurant Frohsinn was 15min dauerte. Am 18:00 Uhr war ich in Engi und nahm beim Sternen mein Abendessen ein (25min). Bei beiden Restaurant konnte ich auch mein iPhone Laden. Einzelne kurze Trink- und Fotopausen natürlich immer wieder eingelegt.

Schwierigkeit:
Die Technischen Schwierigkeiten bezieht sich bei T5 auf die Überquerung Chläbdacher bis Lauiberg. Der Abschnitt Ober Stäfeli zum Sasberg sowie der Nord aufstieg zum Pizol. Viele T4 Passagen auf der ganzen Tour. In der Nacht beschränkte ich mich aber auf T3 Routen. Die Süd-Nord Überquerung vom Pfannenstock wäre eigentlich auch noch geplant. Aber aufgrund dem fehlendem Mondlicht, Die unbekannte Route und die dazu fehlende Markierung liess ich die Alternativ Route weg. Auch die Besteigung vom Fahnenstock liess ich wegen Dunkelheit bleiben.

Die Tour kann in vier Abschnitte unterteilt werden: Südlichen Sihltalerkette, Silberen, Chärpf und das Sordona Gebiet.
Sternen – Bergstation Sesselbahn 1810m, Gross Sternen 1969m, Tisch 2010m, Forstberg 2215m, Druesberg 2282m, Twäriberglücke 2029m, Chläbdächer Westgipfel 2138m, Chläbdächer 2175m, Teuf Hund 2126m, Höch Hund 2215m, Mieserenstock 2199m, Mandli 2007m, Lauiberg 2057m, Saaspass 1896m, Saas 1493m, Schwelaui 1350m, Älpeli 1753m, Silberen 2319m, Silberenseeli 1944m, Dräckloch 1774m, Brunalpäli / Büchel 1912m, Ergismatt 2082m, Bärentritt 2012m, Bergetenseeli 1622m, Tüfels Chilchli 1829m, Linthal 648m, Ober Stäfeli 1707m, Ober Chüetaler Matt 2181m, Chärpfscharte 2649m, Chli Chärpf 2700m, Tristenstein 2091m, Elm – Sportbahnen 1015m, Elm 977m, Wisli 1039m, Ramin Mittler Stafel 1760m, Raminer Matt 1896m, Foopass 2223m, Alp Foo 1875m, Muetertalerfürggli 2409m, Heubützlipass 2468m, Plattenseeli 2320m, Horni 2364m, Heidelpass 2388m, Heidelspitz 2427m, Alp Valtüsch Säss 1813m, Pizolsattel 2789m, Pizol 2844m, Wildseeluggen 2493m, Bergstation Pizolhütte 2220m

Weitere Infos und der Tourenbericht unter Hikr: http://www.hikr.org/tour/post97469.html

Fazit: Lange sehr eindrückliche Monstertour. Sehr viele schöne Eindrücke sammeln können. Wieder mal meine Grenze neu setzen können.

Jede Outdoor-Geschichte ist einzigartig. Jede Outdoor-Geschichte wird mit Leidenschaft erzählt. Egal ob du auf eigener Faust los ziehst oder Freunde für deinen Plan begeistern – der Kick liegt in der Herausforderung und dem Willen, das beste aus dem Tag herauszuholen. Vielleicht hast du so einen Tag nur einmal im Jahr – die Geschichte aber bleibt und du wirst sie weitererzählen, bis du raus in die Natur gehst und eine neue erlebst.
Solch ein Tag wird dieser sein.

Und nun? Was kommt als nächstes? Ich weiss es nicht. Zuerst mal am Chillen. Toll das ich keinerlei Schmerzen oder Muskelkater nach der Tour habe. Ein Zeichen das ich auch wären der Tour schaute das ich meinen Körper zwar fordere, aber nicht überfordere. Das es weitere „Wilde“ Touren geben wird, ist klar. „Berge sind schön, aber gefährlich„ Mal schauen was sich so ergibt 🙂 Vielen Danke an Outdoor Research für den Support. Aber auch an alle Freunde die an mich glaubten und mich vor- und während der Tour Mental unterstützten.

PS: 02.01.17
Mittlerweile ist im SAC Magazin „Die Alpen“ ein einseitiger Bericht erschienen, das freut mich natürlich sehr. Freue mich wenn andere durch meine Ideen Inspiriert werden.

SAC

1 Kommentar

  • […] tollste war sicher die Geburt von meinem Sohn. Bei den Bergtouren wird mir meine Monstertour vom Ybrig nach Pizol bleiben. Der Mensch setzt eben seine Grenzen immer selber. Der Verlust von meinem Vater ist […]

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